Mid American Guitar Camp 2010
Juli 28th, 2010Hallo Leute, ich bin wieder zurueck aus dem Dschungel, dem Guitar Camp. Kevin Taylor sollte Recht haben mit seiner Prophezeihung:”You’ll cry when you leave”. Ich kann jetzt hier unmoeglich alle Einzelheiten berichten. Ich arbeite aber schon an einer ausfuehrlichen Reportage. Alles in Allem kann in berichten, dass ich sehr beeindruckt bin von den liebevollen, kompetenten und thematisch vielseitig ausgerichteten Anleitungen, die die amerikanischen Kollegen den Kindern und Jugendlichen angedeihen lassen. Als Appetizer hier einige Fotos:
Mittlerweile geht auch schon der dreitaegige Besuch bei meinem Kollegen Keith Stevens im wunderschoenen Staat Virginia zuende. Ab morgen dann die letzte Phase: eine gute Woche New York City. Stay tuned!
Pre-Camp
Juli 18th, 2010Den Tag und die Nacht vor dem Camp verbringe ich in St Louis (immerhin auch eine Autostunde vom Bahnhof entfernt, aber immer noch St Louis) bei Harry. Harry ist Vater eines Schuelers, der allerdings nicht am Camp teilnehmen wird, denn der Rest der Familie ist in der Heimat-in Indien. Wir haben also Indien in St Louis. Harry kocht mit sehr grosser Leidenschaft sehr gut. Er koennte es sogar mit Fokke Fokken aufnehmen. So habe ich zum Abendessen ein superbes indisches Essen zubereitet bekommen. Anschliessend mit Whiskey auf der Terrasse bis tief in die Nacht ueber Gott und die Welt gesprochen. Harry kommt auch mit ins Camp als Betreuer. Es wird die Partytime dort also nicht zu kurz kommen.
Chicago Diary 2
Juli 17th, 2010Heute habe ich mich mit dem Untergrundbahnsystem auseinandergesetzt und zwei Ausfluege unternommen:
Die Gegend um ‘Wicker Park‘ (Blue Line) gilt als ‘hippe’ Gegend- und dieses zurecht. Ein vintage clothing Laden reiht sich an den anderen. Einer meiner Einkaeufe besteht aus einem Paar wunderschoener Show-Schuhe. Im Buecher Antiquariat haette ich einen ganzen Karton voller Buecher kaufen koennen- hab’s aber gelassen. Ebenso schweren Herzens habe ich ein Elvis Presley Monopoly Spiel im Laden stehen lassen. Das alles koennte ich nie im Leben transportieren. In dieser ‘hip’-Gegend habe ich sogar einen richtigen Espresso zu trinken bekommen.
Der Stadtteil ‘Pilsen’ (Pink Line) scheint fest in mexikanischer Hand zu sein. Nachdem ich ein entsprechendes Esslokal besucht hatte (kurios: hier wird kein Bier serviert, aber man kann sich sein eigenes mitbringen) bin ich die Strassen herumgeschlendert. Wieder einmal drang Live Musik an mein Ohr. Auf dem Vorplatz einer Kirche fand ein Gemeinde-oder Blockfest statt. Und wieder: Kinder, Jugendliche und Erwachsene feiern gemeinsam bis zum Abwinken. Diesmal zu einer 11-koepfigen Kapelle, die lupenreinen TexMex (mehr Mex als Tex) zum besten gab. (Akkordeon, Vibraphon, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion, alle singen). Muetter tanzen mit ihren Babies in ihrem Arm. Kein Wunder, dass sie dann den Rhythmus im Blut haben. Einmal mehr eine herzerweichende Szene. Hier spricht uebrigens keiner englisch. Spanisch ist angesagt. Mitten in Chicago.
Zwischendurch habe ich bei einem Fachmann meine Schuhe polieren lassen. Das ist eine wahre Wissenschaft fuer sich, dauert mindestens 20 Minuten und ist sehr entspannend. Sie sind jetzt besser wie neu.
Ab morgen tauche ich fuer eine Woche unter ins Mid American Guitar Camp in der Naehe von St Louis. Es kommen 100 Schueler und 10 Lehrer (mit denen ich in einem Gemeinschaftszelt schlafen werde. Eine ganz neue Erfahrung wartet auf mich). Ich glaube nicht, dass ich in dieser ‘Wildnis’ Internetzugang haben werde.
PS: Eben in der Bar habe ich- wieder einmal- eine sehr nette Bekanntschaft gemacht. Diesmal ein ‘Englishman’, der seit 10 Jahren in Chicago lebt. So geht es hier uebrigens immer: man ist keine 10 Minuten alleine. Hier kennt jeder jeden. Chicago- ich komme wieder, denn es gibt hier noch sehr Vieles zu beschicken!
CD: Chicago Diary
Juli 16th, 2010Also: Sue hat mich ein wenig enttaeuscht. Es ist durchaus beeindruckend, solch ein altes Lebewesen zu betrachten. Aber das groesste der Welt? Da finde ich die Teile, die in Frankfurt/Main ausgestellt sind beeindruckender. Sind die Frankfurter Dinosaurier vielleicht nicht echt, sodass die Leute in Chicago womoeglich zurecht vom groessten Exemplar der Welt sprechen?
Nach dem Museumsbesuch habe ich einen Linienbus bestiegen und bin tief hinein in die South Side gefahren, bis zur 63. Strasse. Bereits nach ein paar Blocks hinter dem ‘Stadtzentrum’ aendert sich das Bild entscheidend. Vor Allem: es gibt ausschliesslich scharze Leute. Ich war der einzige Weisse. 63 Strassen sind ein langer Weg. Er dauert eine Stunde. Ich muss gestehen, dass mir auch ein wenig mulmig war. Der Bus wurde immer voller. Die Umgebung machte gar keinen grossstaedtischen Eindruck mehr. Als ich in der 63. Strasse ausgestiegen bin, wurde ich mehrfach angesprochen. Auf das Freundlichste und Netteste: Wo will ich hin- ist alles okay? Sie sehen so toll aus, die Blacks. Im Bus waren alle Generationen vertreten- vom Baby ueber Teens bis hin zu Greisen im Rollstuhl. Alle waren wunderschoen anzuschauen: Haarschmuck, tolle Klamotten, Schuhe etc..Die jungen Leute sind auch nicht so deformiert wie die weissen Amerikaner. Ich habe mich-nach anfaenglicher Mulmigkeit- sehr wohl gefuehlt.
Anschliessend- wieder in meinem Viertel: Fixierung eines Friseurtermins fuer morgen (Frank’s Barber Shop) und Herrenausstatter. Ich habe zwei wunderschoene Hemden erworben. Hosen sind ein Problem. Ich weiss ja: man muss alt werden. Aber auch fett? Wenn ich wieder in good old Europe bin, muss ich unbedingt ein ‘get slim’ Programm starten.
My Kind Of Town
Juli 15th, 2010Chicago wird ja auch ‘Windy City’ genannt. Warum? Es geht hier immer ein leichter Wind. Das kenne ich ja auch aus Norddeutschland. Bei diesen heissen Temperaturen ist das ein Geschenk des Himmels. Mein ‘Viertel’ habe ich bereits voll im Griff. Stammrestaurant: Little Green (siehe Foto) , im Park direkt am Yachthafen- the nicest spot in Chicago! Stammbar: Elephant and Castle, ein Pub im englischen Stil. Buchladen etc.. Morgen gehe ich zum Herrenausstatter: Hose und Hemd stehen ganz oben auf der Liste. Die Skyline ist atemberaubend. Eigentlich ist es gar keine Skyline, ist man doch mittendrin. Kurzum: ich fuehle mich hier pudelwohl. Fast so wie in London/England. Morgen schaue ich mir ‘Sue’ an, das groesste Dinosaurieskelett weltweit.
Habe ich euch eigentlich schon erzaehlt, dass ich in Texas eine Kuenstlerin kennengelernt habe, die Skulpturen aus Glas herstellt? Aus ganz vielen Teilen- wie ein Puzzle. Spontan habe ich ein paar hundert Dollar vom GOFI Budget locker gemacht. Auftrag: GOFI Trophy. Ich will sie dann nicht verschenken, sondern stationaer in Bad Nauheim deponieren. Die Gewinner werden eingraviert (so wie in Wimbledon). Vielleicht bekommen die Preistraeger eine Miniaturausgabe mit nach Hause.
Ich bin immer noch ganz stolz auf mein GOFI 2012 Gedicht, welches ich am Grab von Cole Porter gedichtet habe. Es wird allerdings erst in dem Programmheft 2010 veroeffentlicht werden. Da bin ich ganz streng!
