Chicago Diary 2
Samstag, Juli 17th, 2010Heute habe ich mich mit dem Untergrundbahnsystem auseinandergesetzt und zwei Ausfluege unternommen:
Die Gegend um ‘Wicker Park‘ (Blue Line) gilt als ‘hippe’ Gegend- und dieses zurecht. Ein vintage clothing Laden reiht sich an den anderen. Einer meiner Einkaeufe besteht aus einem Paar wunderschoener Show-Schuhe. Im Buecher Antiquariat haette ich einen ganzen Karton voller Buecher kaufen koennen- hab’s aber gelassen. Ebenso schweren Herzens habe ich ein Elvis Presley Monopoly Spiel im Laden stehen lassen. Das alles koennte ich nie im Leben transportieren. In dieser ‘hip’-Gegend habe ich sogar einen richtigen Espresso zu trinken bekommen.
Der Stadtteil ‘Pilsen’ (Pink Line) scheint fest in mexikanischer Hand zu sein. Nachdem ich ein entsprechendes Esslokal besucht hatte (kurios: hier wird kein Bier serviert, aber man kann sich sein eigenes mitbringen) bin ich die Strassen herumgeschlendert. Wieder einmal drang Live Musik an mein Ohr. Auf dem Vorplatz einer Kirche fand ein Gemeinde-oder Blockfest statt. Und wieder: Kinder, Jugendliche und Erwachsene feiern gemeinsam bis zum Abwinken. Diesmal zu einer 11-koepfigen Kapelle, die lupenreinen TexMex (mehr Mex als Tex) zum besten gab. (Akkordeon, Vibraphon, Gitarre, Bass, Schlagzeug, Percussion, alle singen). Muetter tanzen mit ihren Babies in ihrem Arm. Kein Wunder, dass sie dann den Rhythmus im Blut haben. Einmal mehr eine herzerweichende Szene. Hier spricht uebrigens keiner englisch. Spanisch ist angesagt. Mitten in Chicago.
Zwischendurch habe ich bei einem Fachmann meine Schuhe polieren lassen. Das ist eine wahre Wissenschaft fuer sich, dauert mindestens 20 Minuten und ist sehr entspannend. Sie sind jetzt besser wie neu.
Ab morgen tauche ich fuer eine Woche unter ins Mid American Guitar Camp in der Naehe von St Louis. Es kommen 100 Schueler und 10 Lehrer (mit denen ich in einem Gemeinschaftszelt schlafen werde. Eine ganz neue Erfahrung wartet auf mich). Ich glaube nicht, dass ich in dieser ‘Wildnis’ Internetzugang haben werde.
PS: Eben in der Bar habe ich- wieder einmal- eine sehr nette Bekanntschaft gemacht. Diesmal ein ‘Englishman’, der seit 10 Jahren in Chicago lebt. So geht es hier uebrigens immer: man ist keine 10 Minuten alleine. Hier kennt jeder jeden. Chicago- ich komme wieder, denn es gibt hier noch sehr Vieles zu beschicken!